Samstag, 11. Oktober 2025

Der Tod des Internet - KI

 Die Dokumentation „KI: Der Tod des Internets“ des Senders ARTE beleuchtet eine der beunruhigendsten Entwicklungen der digitalen Ära: die Überflutung des Internets mit wertlosen, maschinell erzeugten Inhalten, die als „Slop“ bezeichnet werden. Das Internet wird dadurch in vielen Bereichen unbrauchbar. 

Anhand fundierter Analysen und Interviews mit Experten zeichnet der Film ein düsteres Bild davon, wie generative Künstliche Intelligenz (KI) nicht nur soziale Netzwerke und Suchmaschinen unbrauchbar macht, sondern auch die Grundlagen von Wissensverbreitung, Kreativität und menschlicher Interaktion untergräbt.

=> Klare Empfehlung: wenn Zeit und Möglichkeit, dann DAS ORGINAL von Arte (link ganz unten)  schauen, es ist sehr gut gemacht und die Zeit die es braucht das zu schauen ist gut investiert. 

Die folgende Zusammenfassung beleuchtet die Mechanismen hinter dieser „digitalen Umweltkatastrophe“ – von der Monetarisierung durch Klickköder und Falschmeldungen bis hin zur Zerstörung der Websuche durch KI-generierte Halluzinationen. Sie zeigt auch auf, dass hinter dem scheinbar autonomen Fortschritt der KI Hunderttausende unsichtbare und unterbezahlte Datenarbeiter stehen, die das System am Laufen halten. Abschließend wird die Frage gestellt, ob der Traum vom freien, offenen Internet bereits ausgeträumt ist und wie eine Rückkehr zu menschlicher Qualität aussehen könnte.

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

1. Die Flut des „Slop“ und das Geschäftsmodell

  • Definition von Slop: Slop ist ein Sammelbegriff für die Lawine an minderwertigen KI-Produkten wie Bot-Postings, maschinengemachte Musik oder groteske KI-generierte Fake-Fotos, die soziale Netzwerke überfluten [02:14].

  • Monetarisierung durch Interaktion: Diese Inhalte, wie die "Shrimp Jesus"-Bilder auf Facebook, zielen darauf ab, möglichst viele Klicks, Shares und Kommentare zu generieren, wodurch die Ersteller von den Plattformen bezahlt werden. Facebook subventioniert den Slop aktiv [03:49].

  • KI-Video-Automatisierung: Obkurere Coaches preisen Software an, die vollautomatisch Videos aus nur einem oder zwei Sätzen erstellt. Diese verbreiten oft pseudojournalistischen Quatsch und Falschmeldungen (z. B. über den Tod von Prominenten) in hunderttausendfacher Auflage und erreichen Millionen von Menschen [05:04].

  • KI-Bücher und Gefahr: KI-generierte Bücher auf Plattformen wie Amazon enthalten reihenweise falsche Informationen, die lebensgefährlich sein können (z. B. Empfehlungen für giftige Pilze) [11:46]. Das profitable Geschäftsmodell beruht auf der sekundenschnellen Massenproduktion unter verschiedenen Pseudonymen [12:42].

2. Der Zerfall des Webs und der Suche

  • „Enshittification“: Der Prozess der Verschlimscheißerung beschreibt, wie Plattformen (z. B. Google, Facebook) ihre Dienste zunächst für Nutzer optimieren, um diese zu binden, dann aber langsam die Bedingungen zugunsten von Werbekunden und Investoren verschlechtern, bis der Wert für die Nutzer kaum noch vorhanden ist [27:53].

  • Googles Nutzenverlust: Die Websuche ist durch Klickköderei und suchmaschinenoptimierten Blödsinn "praktisch kaputt". Slop gelangt viel leichter an die Spitze der Suchergebnisse als hochwertige, von Menschen erstellte Artikel [29:17].

  • KI-Halluzinationen: Googles Versuch, die Suche mit KI-Übersichten (SGE) zu "reparieren", verschärft das Problem, da die KI Fehlinformationen aus dem Slop-verseuchten Web sammelt, sortiert und neu verpackt, was zu sogenannten "Halluzinationen" (wie die Falschmeldung über Barack Obama als muslimischen Präsidenten) führt [31:07].

3. Das Illusionsgeschäft KI

  • Bullshit-Maschinen: Generative KI-Systeme lügen und halluzinieren, weil sie das Konzept von wahr oder unwahr nicht kennen. Sie sind "Hochstapler" und die "weltbesten Bullshit-Maschinen", die je geschaffen wurden [10:46], [37:46].

  • Der Eliza-Effekt: Moderne KI-Chatbots lösen wie schon der Chatbot Eliza in den 60er Jahren den Effekt aus, dass Menschen menschliche Eigenschaften (wie Intelligenz) auf eine Maschine projizieren, sobald diese Sprache erzeugt, was zu überzogenen Erwartungen und Vertrauen führt [38:04].

  • AGI als Märchen: Die unermüdliche Propagierung einer baldigen "Künstlichen Allgemeinen Intelligenz" (AGI), die alle Probleme löst, hält die Autorin für ein wiederkehrendes, unbegründetes Märchen. Eine Sprach-KI sei lediglich eine Maschine, die Wörter auf Wahrscheinlichkeitsbasis errät – ein "zielloser Papagei" [41:19], [42:42].

4. Die unsichtbaren menschlichen Arbeiter

  • Auslagerung der Korrektur: Das sogenannte Bestärkende Lernen mit menschlichem Feedback (RLHF) ist in Wahrheit eine riesige "Augenwischerei". Hunderttausende unsichtbare, unterbezahlte "Datenarbeiter" in Ländern wie Kenia bewerten die Aussagen von Chatbots und sagen ihnen, was richtig und falsch ist [43:27].

  • Unmenschliche Bedingungen: Diese Clickworker arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen für weniger als 2 US-Dollar pro Stunde und müssen psychisch belastende Aufgaben (z. B. das Kennzeichnen von Leichenfotos) ohne psychologische Unterstützung erledigen, um die KI-Systeme am Laufen zu halten [45:08].

5. Die Dokumentation kommt zu dem Schluss, dass die KI-Flut eine sich selbst beschleunigende digitale Umweltkatastrophe darstellt, die den Kipppunkt womöglich bereits überschritten hat.

Das optimistischste Szenario ist, dass die Menschen den "KI-Slop" irgendwann so satt haben, dass sie das verseuchte Internet verlassen und sich in kleinere, private Gruppen (z. B. Gruppenchats) zurückziehen, um wieder eine direktere Verbindung von Mensch zu Mensch zu finden – eine Sehnsucht nach einem "menschlicheren Internet" [49:06].


Das Video "KI: Der Tod des Internets | Doku HD | ARTE" ist verfügbar unter: http://www.youtube.com/watch?v=cGmVehWBdHI

2025-10-11

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